Heiroku Sushi
5-8-5 Jingumae
Tokyo
(5 Minuten von der Omotesando Station, direkt auf der Omotesando)
http://www.heiroku.jp/store/tokyo/omotesando.html
Kakiya Sushi
1-14-27 Jingumae
Tokyo
(gegenueber der Harajuku JR Station, im zweiten Stock, neben dem Snoopy Haus)
www.bento.com/rev/1981.htm
Wenn man Tokyo besucht, muss man Sushi essen und wirkliches Sushi essen ist in der Regel ein Abendessen und man geht zu einem Restaurant, das sonst nichts anderes anbietet, ueber maximal 10 Plaetze verfuegt und einen bekannten Sushi Chef hinter der Theke stehen hat. Man zahlt pro Person ab 10,000 yen, nach oben kaum Grenzen – Getraenke gehen extra. Diese Art von Sushi ist ’serious stuff’. Man braucht Zeit und japanische Begleitung.
Wenn man jedoch nur fuer Lunch Appetit auf rohen Fisch hat und auf das ganze japanische Getue weniger, dann ist Kaiten Sushi – auf deutsch Laufbandsushi – das allerbeste. Aufgrund der Tatsache, dass es schnell geht und dass man ohne Kommunikation das bekommt, was man mag.
Deshalb auch nun mein Vergleich von zwei Kaiten Lokalitaeten, in den touristischsten Gegenden Tokyos: das eine Laufband auf der Omotesando und das zweite Laufband gegenueber der Harajuku Station.
Fangen wir gleich mit meinem Favoriten an – dem einzigen und seit Ewigkeiten praesenten Kaiten Sushi auf der Omotesando: Heiroku Sushi. Man fuehlt sich anfangs etwas unwohl, wenn man die ganzen westlichen Gesichter auf der Wartebank sitzen sieht, man meint, dass es sicherlich die ‘unechteteste’ Lokalitaet dieser Art ist. Da kann man jedoch voellig beruhigt sein, Japaner kennen keine verschiedenen Versionen, sondern alles, was sie in der Richtung anbieten ist echt. Die Tellerchen sind vielleicht etwas teurer als an anderer Stelle, aber dafuer ist man auf der Omotesando und nicht in irgendwelchen schwindligen Nebenstraesschen Shibuyas, von wo aus man nicht mehr nach hause findet.
Wenn man zur Mittagszeit kommt, wartet man in der Regel ein paar Minuten in der Schlange, aber man kann die Zeit nutzen, indem man schaut, was gerade so auf dem Band seine Runden dreht. Wird einem schliesslich ein Platz zugewiesen, sollte man seinen Essplatz gleich mal mit den fuer die anstehende Mahlzeit benoetigten Utensilien vorbereiten: man nimmt sich eine Tasse, legt Teebeutel oder gibt Teepulver hinein, fuellt mit Wasser auf. Dann nimmt man sich seine Staebchen, wischt sich mit dem bereitgelegten Handtuch seine Haende ab. Sobald man ein Tellerchen uebrig hat (leer gegessen), kann man dieses in ein Ingwer und Soja Sauce Dip Tellerchen verwandeln.
Waehrend dieser Vorbereitungen spaetestens muss man das Band mit den Tellerchen beobachten, um sich fuer das erste Tellerchen zu entscheiden. Sobald man sicht mit dem einen oder anderen Tellerchen angefreundet hat, kann es losgehen. Vom Band nehmen und essen.
Das macht man so lange bis man satt ist.
Sobald man aufsteht, versteht das Personal, dass es die Tellerchen zu zaehlen hat, was es auch eifrig tun wird und waehrend man sich selbst zur Kasse begibt, ist der Final Count auch schon auf dem Weg dorthin.
Ich mag das Omotesando Kaiten Sushi aufgrund seiner Fischauswahl und seiner Groesse. Es ist nicht zu gross und die Fischauswahl ist vielleicht nicht ausgefallen, aber abwechslungsreich genug, dass man keine Probleme hat seinen Hunger zu stillen.
Es ist ein bisschen eng – dies zu seinem Nachteil und wie gesagt der Anblick dieser ganzen westlichen Gesichter und der ab und an aus Versehen durch die gegend spritzenden Staebchen ist – wie soll man sagen – wohl unvermeidlich.
Kakiya Kaiten Sushi ist dahingegen sehr viel geraeumiger. Sonniger. Man sitzt im zweiten Obergeschoss und muss sich irgendwie gar nicht beeilen. Auch hier sieht man Westerners, seltener jedoch …. Auch sind die Japaner, die hier einkehren, eher die, die auf Shoppingtour sind und weniger die auf Lunchbreak. Ich habe immer den Eindruck, dass diese Lokalitaet gerade erst aufgemacht hat, und mit seinem ploetzlichen Oeffnen den Service eiskalt ueberrascht hat. Und dieser eiskalt ueberraschte Servie arbeitet nun angestrengt daran, Land zu gewinnen. Aber das ist hoechstens ein bisschen irritierend, nicht wirklich stoerend. Eher stoerend ist das limitierte Sushi programm. Bzw. fuer diesen Ort gilt: man muss bestellen!
Das moegen wir Auslaender in der Regel nicht so sehr, dieses in den Raumbruellen von Dingen wie „Negitoro onegaishimasu“.
Deshalb empfehle ich auch dieses Kaiten Sushi eher den fortgeschrittenen Essern oder denjenigen, denen es nicht so wichtig ist, was sie nun letztlich essen. Ich persoenlich brauche immer folgende Tellerchen – einen Tunfisch (Maguro), einen Shrimp (Ebi), einen Krabben salat (Cani Salada), einen Joker (Inspiration des Tages) und ein Ei (Tamago). Vor allem weigere ich mich ein Kaiten Sushi zu verlassen, ohne ein Ei gegessen zu haben. Man sagt, man solle Tamago zu Beginn essen, daraus kann man auf die Qualitaet der Sushis schliessen. Denn nur derjenige Chef, der sich mit Tamago genug Muehe gibt, tut es auch mit seinen Fischen. Ich esse es am Schluss und bilde mir so mein letztes und finales Urteil ueber ein Kaiten Sushi.
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