Holznersmühle, Oberhöllgrund
Gasthaus „Zur Mühle“, Oberhöllgrund – 69429 Waldbrunn
(06274) 356
http://www.landgasthaus-zurmuehle.de/
Hallo, hier schreibt mal wieder Cosma36.
Endlich habe ich mal wieder Futter für eine Restaurantkritik, sprich: trotz totaler Überarbeitung in den letzten Wochen, ist es mir irgendwie gelungen, zusammen mit meinem hochintelligenten, gut aussehenden und sich überall einbringenden Freund M auswärts essen zu gehen. (Die vielen Adjektive im Satz zuvor stammen alle von meiner Mutter, die von unserer Beziehung mittlerweile restlos begeistert ist und es auch schon immer gewußt hat, dass wir wunderbar zueinander passen. Schön!). Zurück zum Thema.
Wir waren letztes Wochenende bei meinen Eltern in Zwingenberg (Neckartal, Odenwald) zu Besuch und haben den wunderschönen Novembertag dazu genutzt, eine kleine Wanderung durch den Wald zu machen. Wanderungen machen ja nur dann wirklich Spaß, wenn sie im Wirtshaus enden, sonst ist das so ziellose Rumstapferei, und diese alte Müllerregel im Hinterkopf hatten wir von vorneherein den Ausflug so getaktet, dass es in der Mühle enden würden, in der Mühle im Oberhöllgrund. Schlau vorausdenkend, sind wir raffiniert mit 2 Autos angereist, haben eines gleich an der Mühle geparkt, sind mit dem anderen wieder rauf auf den Berg gefahren und von dort aus losgelaufen. Man kennt das ja. Wenn man dann mal im Warmen saß und Schlachtplatte und 2 Bier hatte, ist die Lust auf die Rückwanderung zum Auto äußerst übersichtlich, also am besten man vermeidet das von vornherein.
Wir sind also los, von Mülben aus. Von dort führt direkt ein Waldweg durch den – Wald natürlich (das ist jetzt ein doofer Satz), rein ins Wildschweingatter. Nach so 3 – 4 km kommt an die Max-Wilhelms-Höhe, ein altes kleines Jagdschlösschen, das dort ganz einsam liegt und wo wir ums Haar gewohnt hätten, als ich noch klein und mein Vater noch ein junger Förster war. Bei der Max-Wilhelms-Höhe scheitelt sich dann der Weg und zweigt ab Richtung Gaimühle bzw. in den Höllgrund. So ein Waldspaziergang ist natürlich wunderschön, die Wege sind voll Laub und federn jeden Schritt so weich ab, dass man denkt, man ginge auf einem Teppich, der Wald ist aber trotz Mitte November noch nicht ganz kahl und bietet ein wunderschönes Farbenspiel. Jaha, auch ich habe einen Sinn für die Poetik der Natur!
Insgesamt waren wir nach ca. einer Stunde Marsch schon bei der Mühle. Meine Mutter konnte es gar nicht fassen, hatte sie doch – aufbauend auf den Erfahrungen mit ihren Wanderfreunden – mit ca. 2 h gerechnet. Wir haben die Strecke in der Hälfte gemacht, gelockt von den Hausmacher-Bratwürsten und dem selbstgebackenen Brot in der Mühlenwirtschaft. So, nach dieser umfassenden Einleitung kommen wir nun endlich mal zur tatsächlichen Bewertung.

Die Mühle ist einfache Gastwirtschaft, die viele der Speisen noch selbst zubereitet, z.B. das Brot, die Butter, die Wurst (Leberwurst, Blutwurst, Pressack), den Handkäs. Ich war hin- und hergerissen und wußte nicht so recht, was ich bestellen sollte (wie immer), habe mich dann am Ende für die Bratwürste mit Kraut entschieden und das war eine gute Wahl. Dazu eine Apfelschorle gegen den Durst und ein saures Radler für die Bratwürste. Meine Mum hatte den Handkäs (mit Musik), M hatte die Mühlenplatte. Sehr lecker sind in der Tat das Brot mit der Butter. Die Butter hat kleine Wassertropfen auf der Oberfläche und schmeckt leicht säuerlich. Auf dem Brot mit der dicken Kruste ganz vorzüglich! Wirt und Bedienung reden einen breiten Dialekt, einen Dialekt, den ich gar nicht beschreiben kann, wenn ich ihn jetzt nordbadisch nenne, kann damit wahrscheinlich keiner was anfangen.
Nach einer Stunde oder so sind wir dann aufgebrochen. Zum Abschied pinkelte unser Hund Moritz ohne Ankündigung einfach so an die Theke. Zu seiner Entschuldigung sei angemerkt, dass er sehr alt und auch sehr krank ist. Dennoch. Unangenehm.
Filed under: Europa, Restaurant | 1 Comment
Na, da hat sich eurer Hund aber eine unvergessliche Duftnote im Oberhöllgrund bei Holzners geschaffen …
Gruß aus „Nordbaden“!